Hidden Peak – Ein unerfüllter Traum
Bergwelten: Hidden Peak - Cedric Hählen
© ServusTV
11. April 2022

Gerfried Göschl, Cedric Hählen und Nisar Hussain waren Anfang März 2012 auf dem Weg zum Gipfel des Hidden Peak im Karakorum. Doch am 9. März wurden die drei Alpinisten das letzte Mal gesehen. Zum 10. Jahrestag des Unglücks blickt “Bergwelten“ zurück und spricht auch mit Göschls Witwe.
Gerfried Göschl war einer der besten Bergsteiger Österreichs. Gemeinsam mit dem Schweizer Cedric Hählen und dem Pakistani Nisar Hussain wollte er Alpingeschichte schreiben: die erste Winterüberschreitung eines Achttausenders. Dazu wollten sie den, auch Gasherbrum 1 genannten, 8080 Meter hohen Hidden Peak über eine neue Route besteigen und über den nordseitigen Normalweg absteigen. Nachdem ein erster Versuch im Winter des Vorjahrs gescheitert war, fühlte sich Göschl diesmal deutlich besser vorbereitet. Temperaturen unter -45° C und auch starke Winde waren kein Grund aufzugeben.

Verschwunden in der Todeszone
Nach langen, sorgfältigen Vorbereitungen sollte um den 8. März der Gipfelsturm versucht werden. Was nach dem Verlassen ihres Lagers 2, auf rund 7000 Metern, passierte und warum sie nicht, wie geplant am frühen Nachmittag des 8. März den Gipfel des Hidden Peak erreichten bleibt unklar. Nachdem sie über 19 Stunden nicht über Funk zu erreichen waren, gab es einen letzten Funkkontakt am 9. März rund 450 Meter unterhalb des Gipfels.
Etwa drei Stunden später wurden die drei Alpinisten rund 250 Meter unter dem Gipfel zum letzten Mal gesehen – abseits der eigentlich geplanten Route. Am selben Tag verschlechterte sich das Wetter am Berg wie angekündigt, so dass erst einige Tage später erste Rettungsversuche gestartet werden konnten. Doch die Drei blieben spurlos verschwunden.

Erinnerungen an den Ehemann und Vater
Zehn Jahre nach dem Unglück blickt die “Bergwelten“-Dokumentation zurück auf die Expedition und begleitet am Dachstein, dort, wo sich Gerfried auf seine Expedition vorbereitet hatte, Heike Göschl-Grünwald, Gerfrieds Witwe und ihre beiden Töchter – damals zwei und sechs Jahre alt – die über ihren Verlust und ihre Erinnerungen an Gerfried sprechen. Heike Göschl über ihren Mann: „Gerfried war ein lustiger Mensch, er hat die Leute in seinen Bann gezogen. Er war ein offener, freundlicher Mensch. Und so war es auch, wenn er wieder zurückgekommen ist! Er hat mir immer die Sicherheit gegeben, dass er umdreht, wenn es von den Bedingungen nicht geht“ Warum er vom Hidden Peak nicht zurück kehrte, wird vielleicht für immer das Geheimnis des Berges bleiben.

„Bergwelten“, Mo., 11.04., ab 20:15 Uhr bei ServusTV Österreich

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